Einbürgerung

Einbürgerung

aktueller Hinweis (letztes Update:  27. März 2024):

Am 27. Juni 2024 wird ein neues Staatsangehörigkeitsgesetz in Kraft treten. Die Neuregelung sieht im Wesentlichen folgende Änderungen vor:

    • die für eine Einbürgerung erforderlichen Zeiten des Aufenthalts in Deutschland verkürzen sich von 8 auf 5 Jahre,
    • eine Verkürzung auf 3 Jahre ist möglich, bei „besonderen Integrationsleistungen“ (C1-Sprachkenntnisse und besonders gute schulische, berufsqualifizierende oder berufliche Leistungen oder bürgerschaftliches Engagement),
    • es ist nicht mehr erforderlich, die bisherige Staatsangehörigkeit aufzugeben („doppelte Staatsangehörigkeit“),
    • bei Bezug von Sozialleistungen ist eine Einbürgerung ausgeschlossen (Ausnahme: in Vollzeit Erwerbstätige)
    • bei Annahme einer ausländischen Staatsangehörigkeit geht die deutsche Staatsangehörigkeit nicht verloren (keine Beibehaltungsgenehmigung mehr erforderlich).

Auch wenn Sie einen Antrag zuvor gestellt haben, ist die Aufgabe Ihrer Staatsangehörigkeit nach Inkrafttreten der neuen Regelungen nicht mehr erforderlich.

Wenn Sie in Berlin wohnen, beachten Sie bitte zusätzlich folgendes:

Seit Januar 2024 ist eine zentrale Einbürgerungsstelle beim Landesamt für Einwanderung für die Bearbeitung von Einbürgerungsverfahren in Berlin zuständig. Neue Anträge können über eine Online-Plattform gestellt werden, was zu einer deutlichen Verfahrensbeschleunigung führt.

Alle von den Bezirksämtern noch nicht abschließend bearbeiteten Anträge wurden digitalisiert und werden nun von der Zentralbehörde weiter bearbeitet. Wegen rund 40.000 unbearbeiteter Altverfahren ist für diese weiterhin mit einer längeren Bearbeitungszeit zu rechnen.

Es ist grundsätzlich möglich, einen neuen Online-Antrag mit aktualisierten Unterlagen zu stellen. Dies kann zu einer Verfahrensbeschleunigung führen; allerdings muss die Verwaltungsgebühr in diesem Fall erneut gezahlt werden.

Wir haben leider keine Möglichkeit, die Bearbeitung von laufenden Verfahren zu beschleunigen. Wegen der Dauer verwaltungsgerichtlicher Klageverfahren, beschleunigt auch eine Untätigkeitsklage  das Verfahren in der Regel nicht.

Über aktuelle Entwicklungen werden wir hier informieren.

Bis zum Inkrafttreten der Neuregelungen gelten für Einbürgerungen folgende Voraussetzungen:

Die deutsche Staatsangehörigkeit können Sie entweder durch Einbürgerung, mit der Geburt oder durch die (wirksame) Adoption als Minderjähriger durch einen deutschen Vater erwerben.

Ein Rechtsanspruch auf Einbürgerung besteht

  • bei Besitz eines bestimmten Aufenthaltstitels seit mindestens 8 Jahren (7 Jahre mit Integrationskurs, 6 Jahre mit besonderen Integrationskenntnissen, wie z.B. B2-Sprachkenntnissen)
  • wenn keine Sozialleistungen bezogen werden oder die Inanspruchnahme nicht zu vertreten ist (z.B. minderjährige Kinder).
  • wenn keine Vorstrafen vorhanden sind
  • Sprachkenntnisse auf dem Niveau B1 nachgewiesen werden.

Ehepartner eines Deutschen können bereits nach drei Jahren eingebürgert werden.

Kinder und Ehepartner können gegebenenfalls miteingebürgert werden, auch wenn sie selbst noch nicht die erforderlichen Zeiten erfüllen.

Die Einbürgerung setzt derzeit noch voraus, dass Sie die bisherige Staatsangehörigkeit aufgeben. Auch hiervon gibt es Ausnahmen, wenn eine Ausbürgerung nicht möglich oder unzumutbar ist oder Sie EU-Bürger sind.

Ihre deutsche Staatsangehörigkeit geht derzeit noch verloren, wenn Sie (wieder) eine andere Staatsbürgerschaft annehmen, es sei denn, sie haben zuvor eine „Beibehaltungsgenehmigung“ erhalten.

In Deutschland geborgene Kinder erhalten -ggf. auch zusätzlich zu der Staatsangehörigkeit ihrer Eltern- die deutsche Staatsangehörigkeit, wenn sich mindestens ein Elternteil im Zeitpunkt der Geburt

Im Einbürgerungsverfahren berät und betreut Sie unser Fachanwalt für Migrationsrecht und Verwaltungsrecht Sven Hasse.

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