Aufenthaltserlaubnis für Studenten und Absolventen

Aufenthaltserlaubnis
für Studenten und Absolventen

Wenn Sie in Deutschland studieren möchten, kann Ihnen hierzu eine Aufenthaltserlaubnis erteilt werden.  Auch wenn Sie noch keinen Studienplatz habe und noch einen Sprachkurs oder ein Studienkolleg absolvieren müssen, können Sie hierfür eine Aufenthaltserlaubnis erhalten (§ 16 AufenthG). Die Voraussetzungen für die erstmalige Erteilung müssen zumeist vor der Einreise im Visumverfahren von der Auslandsvertretung geprüft werden. Die Ausländerbehörde des Studienortes wird an der Entscheidung beteiligt.  Bei der Antragstellung werden Sie häufig in Interviews zu Ihrer „Studienmotivation“ befragt. Es empfiehlt sich daher, über Kenntnisse des Inhalts und den Ablauf des Studiums zu verfügen.

Wenn Ihnen eine Aufenthaltserlaubnis zu Studienzwecken erteilt worden ist, trägt dies häufig eine sog. „auflösende Bedingung“ wie z.B. „Erlischt mit Beendigung des Studiums im Fach Geschichte an der Humbodt-Universität. Tritt diese Bedingung ein, weil Sie z.B. den Studiengang oder die Universität wechseln, erlischt der Aufenthaltstitel automatisch, auch wenn das Gültigkeitsdatum noch nicht abgelaufen ist. Vor dem Eintritt der Bedingung sollten Sie daher unbedingt einen Antrag auf Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis zu dem neuen Zweck stellen.

Ihre studentische Aufenthaltserlaubnis wird so lange verlängert, wie zu erwarten ist, dass das Studienziel noch erreicht werden kann. Abhängig von der Regelstudienzeit wird die Ausländerbehörde nach einer gewissen Studiendauer eine Studienprognose der Hochschule darüber verlangen, bis wann mit einem erfolgreichen Studienabschluss zu rechnen ist.

Ein Studienfachwechsel oder anschließendes Aufbaustudium ist möglich, wenn von einem erfolgreichen Abschluss innerhalb von einer Gesamtaufenthaltsdauer von 10 Jahren ausgegangen werden kann. Die Praxis der Ausländerbehörden ist hier allerdings recht unterschiedlich.

Brechen Sie Ihre Studium ab, können Sie nur im Ausnahmefall in einen anderen Aufenthaltstitel wechseln. Ein solcher Fall liegt vor, wenn Sie einen Ausbildungsvertrag in einem Mangelberuf vorlegen können.

Als Studierendem ist Ihnen eine studentische Nebentätigkeit an der Hochschule grundsätzlich erlaubt. Eine weitere Erwerbstätigkeit  ist ohne weitere Prüfung im Rahmen von 120 Tagen oder 240 halben Tagen pro Jahr erlaubt. Eine selbständige Tätigkeit ist allerdings regelmäßig ausgeschlossen.

Als Absolvent oder Absolventin einer deutschen Hochschule erhalten Sie nach erfolgreichem Abschluss ihres Studiums eine Aufenthaltserlaubnis für zunächst 18 Monate zur Jobsuche. Während der Zeit der Arbeitssuche besteht voller Zugang zum Arbeitsmarkt. Zur Verlängerung ist dann aber ein dem Studienabschluss entsprechendes Arbeitsangebot erforderlich.

Eine Arbeitsmarktprüfung durch die Bundesagentur für Arbeit findet bei Absolventen und Absolventinnen deutscher Hochschulen nicht statt. Dies gilt auch, wenn Sie nach Beendigung des Studiums zunächst ausgereist sind, nun ein Arbeitsplatzangebot erhalten haben und hierzu erneut einreisen möchten.

Als Absolventen und Absolventinnen deutscher Hochschulen erhalten Sie eine (unbefristete) Niederlassungserlaubnis, wenn sie seit zwei Jahren eine dem Abschluss entsprechende Tätigkeit ausgeübt haben (§ 18b AufenthG).

Wenn Sie über einen ausländischen Hochschulabschluss verfügen, können Sie ein Visum zur Arbeitsplatzsuche für 6 Monate erhalten. Voraussetzung ist, dass Sie Ihren Lebensunterhalts für diese Zeit selbst sichern können. Wenn Sie während dieser Zeit ein Jobangebot erhalten, kann Ihnen ohne Ausreise ein Aufenthaltstitel zur Erwerbstätigkeit oder eine BlueCard erteilt werden.

In diesem Bereich berät und vertritt Sie unser Fachanwalt für Migrationsrecht und Verwaltungsrecht Rechtsanwalt Sven Hasse.

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