Aufenthaltserlaubnis zur Erwerbstätigkeit

Aufenthaltserlaubnis zur Erwerbstätigkeit

Um eine Aufenthaltserlaubnis zur Erwerbstätigkeit erhalten zu können, benötigen Sie in der Regel, eine anerkannte Berufsqualifikation in einem Ausbildungsberuf oder einen akademischen Abschluss.

Aufenthaltserlaubnis als Fachkraft (mit anerkannter Berufsausbildung)

Eine Aufenthaltserlaubnis als Fachkraft können Sie erhalten, wenn Sie

  • eine mindestens 2-jährige Berufsausbildung oder einen Studienabschluss besitzen,
  • die Berufsausbildung oder das Studium als gleichwertig anerkannt ist,
  • Sie ein Arbeitsplatzangebot für einen entsprechenden Beruf vorlegen können.

Mit Inkrafttreten des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes zum 1.3.2020 entfällt für Fachkräfte die Beschränkung auf bestimmte Mangelberufe und eine Vorrangprüfung.

Ob ein ausländischer Hochschulabschluss als gleichwertig anerkannt wird, können Sie auf dem Informationsportal der Kultusministerkonferenz zur Anerkennung ausländischer Bildungsabschlüsse rechercheren. Wenn Sie Ihren Abschluss dort nicht finden, sollten Sie eine Bewertung durch die Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen beantragen.

Welche Stelle für die Anerkennung einer nicht akademischen Berufsausbildung zuständig ist, können Sie unter www.anerkennung-in-deutschland.de recherchieren.

Um das Visumverfahren zu beschleunigen, kann Ihr Arbeitgeber die Zustimmung durch die Bundesagentur für Arbeit bereits vor Beantragung des Visum einholen. Gerne sind auch wir hierbei behilflich.

Ergibt sich im Anerkennungsverfahren, dass Ihre Ausbildung nur teilweise anerkannt werden kann, besteht die Möglichkeit, fehlende Qualifikationsmaßnahmen im Inland nachzuholen und hierfür eine Aufenthaltserlaubnis zur Weiterbildung zu erhalten (s.u.).

Aufenthaltserlaubnis ohne qualifizierte Berufsausbildung

Als Staatsangehörige von Australien, Israel, Japan, Kanada, Südkorea, Monaco, Neuseeland, San Marino und der USA  kann Ihnen eine Aufenthaltserlaubnis zur Beschäftigung auch dann erteilt werden, wenn Sie keine anerkannte Berufsqualifikation nachweisen können (§ 26 Abs. 1 Beschäftigungsverordung). Voraussetzung ist, dass keine inländischen Bewerber zur Verfügung stehen (Vorrangprüfung) und die Arbeitsbedingungen dem Üblichen entsprechen. Als Staatsangehörige der genannten Staaten können Sie einen Antrag auch während eines Besuchsaufenhaltes stellen.

Als Staatsangehörige von Albanien, Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Mazedonien, Montenegro und Serbien kann Ihnen ein Visum zur Ausübung einer  Erwerbstätigkeit in erteilt werden, (§ 26 Abs. 2 Beschäftigungsverordnung), wenn Sie

  • ein konkretes Arbeitsplatzangebot vorlegen,
  • den Antrag bei der Auslandsvertretung in Ihrem Heimatland stellen,
  • keine inländischen Bewerber zur Verfügung stehen (Vorrangprüfung),
  • in den letzten 2 Jahren keine Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz bezogen haben.

Wenn Sie keine der genannten Staatsangehörigkeiten besitzen, ist die Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis nur möglich, wenn Sie eine Berufsausbildung in einem anerkannten mindestens 2-jährigen Ausbildungsberuf nachweisen können.

Aufenthaltserlaubnis zur Weiterbildung

Müssen Sie für die Anerkennung einer Ausbildung Weiterbildungsmaßnahmen oder Prüfungen absolvieren, kann Ihnen hierfür eine Aufenthaltserlaubnis für maximal 18 Monate erteilt werden (§ 16d AufenthG). Die zuständige Anerkennungsstelle muss Ihnen hierfür bestätigen, dass entsprechende Anpassungsmaßnahmen erforderlich sind.

Aufenthaltserlaubnis zur Berufsausbildung

Für eine betriebliche Berufsausbildung kann Ihnen eine Aufenthaltserlaubnis erteilt werden, wenn keine inländischen Ausbildungsbewerber zur Verfügung steht (Vorrangprüfung), § 16a AufenthG. Wie bei den meisten Aufenthaltstiteln muss – z.B. durch die Ausbildungsvergütung – Ihr Lebensunterhalt gesicherte sein.

Der Botschaft steht zudem Ermessen zu. Hierbei kann berücksichtigt werden, ob Sie die Ausbildung erfolgreicher abschließen können. Hierbei können z.B. Ihr Alter und Ihre Sprachkenntnisse berücksichtigt werden.

In diesem Bereich berät und vertritt Sie unser Fachanwalt für Migrationsrecht Sven Hasse.

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